Dass die Art Cologne Künstler ausschließt, hat Tradition: Polke, Beuys, Vostell und Staeck begehrten schon 1970 Einlass zur Messe

 

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Hermann Josef Hack, KEYS, 150816, Malerei auf Zeltplane, 291 x 224 cm, 2015

Die Art Cologne feiert dieses Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Gehandelt werden auch dieses Jahr große Namen zu astronomischen Preisen. Unter ihnen natürlich auch Beuys, Polke, Vostell und Staeck.

Dass der Kölner Kunstmarkt diese Künstler noch im Jahr 1970 draußen vor der Tür ausgesperrt hatte und sie nicht hereinlassen wollte, gehört zu den peinlich unterdrückten Vorfällen, auf die die Art Cologne nicht unbedingt stolz sein kann.

Dies schreibt Wikipedia hierzu: „Der 4. Kölner Kunstmarkt 70 wurde abermals in der Kölner Kunsthalle veranstaltet und fand vom 13. bis 18. Oktober 1970 statt. Teilnehmer waren unter anderen erstmals Appel & Fertsch und Ursula Lichter mit Rochus Kowallek (Frankfurt am Main), Godula Buchholz , Van de Loo, Thomas (München), Hans-Jürgen Müller, Wilfried Reckermann, Rolf Ricke, Michael Werner, Dieter Wilbrand (alle Köln), Maria Rothe (Heidelberg), M. E. Thelen (Essen).

Zu einem Eklat kam es, als die Künstler Joseph Beuys, Wolf Vostell, Klaus Staeck und der Galerist Helmut Rywelski (Galerie art intermedia) am 12. Oktober, dem Eröffnungstag, bei einer spektakulären Aktion unter dem Titel „Wir betreten den Kunstmarkt“ Einlass zur Messe begehrten. Sie klopften lautstark an die vorher von Zwirner verschlossene Glastür und protestierten damit „gegen die weitere Zementierung eines Verkaufsmonopols, das sich der ‚Verein progressiver Kunsthändler‘ selbst zugelegt hat und das durch die Kölner Stadtverwaltung seit nunmehr vier Jahren gefördert wird, u.a. durch kostenlose Überlassung der Kunsthalle und den Räumen des Kunstvereins“[2] sowie die daraus resultierende Exklusivität der Messe. Die Zahl der Aussteller – und damit der vertretenen Künstler – wurde vom Veranstalter hier, wie bei allen Kunstmärkten, stark limitiert. Zugang verschaffte den Protestierenden schließlich der Kölner Kulturdezernent Kurt Hackenberg, nachdem etwa 30 Minuten durch die verschlossenen Glastüren diskutiert worden war.[3]“

Da fühlt man sich gleich in guter Gesellschaft, wenn die diesjährige Art Cologne uns von der Ersten Freien Flüchtlingsakademie der Freien Künste noch nicht einmal vor der Tür dulden will und – im Gegensatz zu 1970 – die Stadt Köln in Person der Oberbürgermeisterin sich hinter die Abschottung der Kunstmesse stellt, statt hinter die Interessen der Flüchtlinge.

Geschichte wiederholt sich gerade wieder, nicht nur in Dresden und Idomeni, sondern auch in Köln…

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