Jetzt also amtlich: documenta 14 ein Flop

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Eine von vielen ähnlich lautenden Kritiken der Fachwelt, hier von der „Welt“-Feuilletonistin Swantje Karich zum Desaster der Weltkunstschau documenta 14:

„Mit ihrem braven Multikulti will die Documenta in Kassel die großen Fragen beantworten. Stattdessen wirft sie eine neue auf: Ist die zeitgenössische Kunst am Ende?

Jetzt ist das Bild vollständig. Die Documenta eröffnet nach Athen auch in Kassel, und die Erkenntnis ist niederschmetternd: Die groß angekündigte Revolution ist gescheitert. Der versprochene globale Kunstputsch bleibt hochtrabende Theorie mit einem sehr schalen Beigeschmack.

Der künstlerische Leiter Adam Szymczyk hat mit seiner Documenta zwar etwas geschafft, das er sich fest vorgenommen hatte: Er hat das weltweit größte Kunstfestival vom Einfluss, von der Macht des Marktes befreit. In diesem Jahr werden die Galeristen kaum Werke auf der Art Basel anpreisen können mit dem geldwerten Hinweis: Documenta. Gezeigt wird, in Kassel wie in Athen, viel Kunst, die wir sonst eher in Weltkulturenmuseen antreffen. Das aber ist auch schon die einzige Erfüllung.

Es wird ja in letzter Zeit immer vehementer gefordert, Kunst müsse „Gegengewicht und Infragestellung der herrschenden Gesellschaft“ sein. Doch ausgerechnet diese Documenta, die so eminent politisch sein will, hat die Kunst in dieser Wirkung empfindlich und nachhaltig geschwächt.“

Hierzu verweise ich an meinen Brief an Szymczyk aus dem Jahr 2013, in dem ich ihn aufforderte, als Zeichen der Schwäche gleich die documenta 14 zu canceln. Siehe hier.

Beuys hat es schon vor 60 (!) Jahren getan, man kann verstehen, wenn er sagte: Hiermit trete ich aus der Kunst aus. Allerdings sehe ich nicht ein, wieso ich die Kunst verlassen soll, nur weil die überwiegende Zahl von arrivierten Künstlern sich genauso schlimm verhalten wie die einst von ihnen kritisierten Großkapitalisten und fast alle Kuratoren am Zipfel der Multimillionäre, Oligarchen und anderen mafiösen Geldhaien hängen.

Es gibt gerade jetzt so viel für die Kunst zu tun, und das nicht in Kassel, Athen, Venedig, Miami, Dubai, New York oder Münster. Dort treffen sich die Ewiggestrigen zum Tanztee auf der Titanic.

 

 

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